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Kinderweihnacht vom 19. Dezember 2021

Es gaht voll ab in Bethlehem!

Fast schon ehrfürchtig ist die Stille, die in der dunklen Kirche aufkommt, als Pfarrer Ruedi Steinmann gemeinsam mit den Unit-Kindern die Kerzen am deckenhohen Christbaum entfacht. Dies geschieht mittels einer Zündschnur, die in Bodennähe angezündet wird und die danach in atemberaubendem Tempo zahlreiche Kerzen am Tannenbaum wie von Zauberhand zum Brennen bringt. Ein kurzer, aber magischer Moment des Staunens, ein allseits beliebtes Ritual, untermalt von leisen Klavier- und Geigenklängen. Wir schreiben den 19.12.2021, es ist Kinderweihnachtzeit in der reformierten Kirche Grüningen.

Streng hat es die Wirtstochter Hanna im Gasthaus der Eltern und bescheiden ist die Wertschätzung, die sie von den Gästen dafür erhält. So wirft sie eines Tages, frustriert und erschöpft von der strengen Arbeit, der Mutter die Schürze an den Kopf und verlässt das elterliche Gasthaus und Bethlehem, auf der Suche nach etwas Glück und mehr Spannung in ihrem jungen Leben.
Auf ihrem Weg, der zum einzigen Ziel hat, Bethlehem zu verlassen, begegnet sie Josef und der hochschwangeren Maria, die ihrerseits den Weg nach Bethlehem suchen. Hilfsbereit, wie es Hannas Art ist, weist sie ihnen den Weg und schaut dem müden Ehepaar, das langsam in Richtung Bethlehem weiterzieht, noch lange nach. Nein, um keinen Preis will sie zurück nach Bethlehem!

In vielen Untistunden haben die fleißigen Kinder des 2.Klass-Untis mit der Katechetin, Frau Karin Meissner, die Vorführung einstudiert, Texte auswendig gelernt und die Lieder geprobt. Jedes Unti-Kind durfte sich an der Weihnachtsgeschichte beteiligen, die einen mit Inbrunst, sich herrlich mit der Rolle identifizierend, andere leise und sichtlich beeindruckt vom grossen Publikum. Beides war rührend und machte diesen Abend zu einem zauberhaften Vorweihnachtsmärchen, von dem man sich insgeheim wünschte, es möge noch lange nicht enden.

Als Maria und Josef in der Gaststube von Hannas Eltern ankommen, ist dort kein Zimmer mehr frei, es bleibt dem erschöpften Ehepaar nur noch der Stall für die bevorstehende Nacht.
Ebenfalls in dieser Nacht sitzen unweit der Stadt Bethlehem 3 Hirten beieinander, als ihnen ein Engel erscheint und die Geburt von Jesus Christus im Stall zu Bethlehem verkündet. Nach einem fröhlichen Lied, gesungen vom Chor der Untikinder, machen sich die Hirten auf zum Stall. Schließlich will das Kindlein, Gottes Sohn, genaustens betrachtet sein.
Auch die heiligen drei Könige, in prächtigen Gewändern und hoch zu Kamel, sind mittlerweile bei der Krippe angekommen und überbringen dem glücklichen Vater und der stolzen Mutter kostbare Geschenke.
Beglückt und beschwingt kehren die Hirten nach ihrem Besuch im Stall auf das Feld zu ihren Herden zurück. So ausgelassen ist die Freude, dass auch Hanna davon erwacht und die Neuigkeit erfährt. Neugierig macht sie sich nun doch auf den Weg zurück, endlich ist was los in Bethlehem!
Zum Schluss der weihnachtlichen Aufführung kehrt Hanna also doch ins elterliche Gasthaus zurück. Das Glück, so hat sie gelernt, kommt unverhofft und liegt manchmal viel näher, als sie es erwartet hat.
Und so mag es auch den Besuchern des Kinderweihnachtsgottesdienstes ergangen sein. Manchmal bedeutet Glück, sich gemeinsam an etwas zu erfreuen, gemeinsam zu staunen, gemeinsam zu singen. Herrlich spontan haben die Untikinder ihr Krippenspiel aufgeführt, es wurde herzhaft gelacht und zum Schluss der Aufführung das große Engagement aller Beteiligten mit viel Applaus belohnt.

So verabschiedete man sich, wagte sich in den kalten Abend hinaus, die einen nach Hause, die anderen standen noch zusammen, genossen Punsch und Weihnachtsguetzli, offeriert vom Adventsfenster der reformierten Kirche Grüningen.
Allen gemeinsam war die warme Erinnerung an einen heiteren, gemütlichen Abend in der strengen Vorweihnachtszeit.
Ein herzliches Dankeschön im Namen der Eltern der 2.Klass Untikinder an Frau Karin Meissner, Pfarrer Ruedi Steinmann und allen weiteren Beteiligten für ihr großes Engagement!
Lucie Eugster Studer